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Schweiz – Libyen 0: ca.38



Eigentlich hätte es ein Freudentag werden sollen, Max Göldi ist zurückgekehrt und sieht eigentlich recht frisch aus. Ich mutmasste ja, dass all der Ärger, der in den Zeitungskommentaren geplatzt ist, sich nun in Festfreude umwandelt und das ganze Land, masslos, in ein einwöchiges Kampfsaufen verfällt. Nix, nur zwei haben Wein getrunken, Göldi und Calmy-Rey. Muss toll eingefahren sein, nach zwei Jahren in einem islamischen Land mal wieder einen Tropfen Alkohol zu geniessen. Calmy-Rey, etwas beschwippst und wohl übermütig, hat den Deckel vom Dossier zugeknallt. Etwas zu heftig wohl, denn dabei sind ein paar Blätter rausgefallen.
Von Armeeeinsätzen ist da die Rede, von Kautionen, Schiedsgerichten und einem voll verarschten Merz.

Ich lasse so die Erinnerungsfetzen an die Zeitungsartikel durch mein Gehirn zucken und dabei wird mir klar, in der ganzen Zeit hat nur einer die Wahrheit durchblicken lassen und das war Ghadhaffi. Schlimm, nicht? Nicht, dass es mich in meinen Grundfesten erschüttern würde, dass meine demokratische Regierung mich anlügt und ein weit entfernter Alleinherrscher die Wahrheit sagt, das ist ja nun wirklich nichts neues. Nein, erschütternd ist, dass der Oberst in der Wüste das alles mitbekommen hat. Der war voll informiert. Und das trotz unseres Dialektes.... Bleibt als Frage, wie viele Löcher hat denn unser Käse wirklich und vor allem, wie heissen die?

Vieles erscheint nun im nachhinein plausibler, die Schachzüge der Libyer logisch. Dennoch verbleiben einige Fragezeichen die ich eigentlich ganz gerne geklärt hätte. Weshalb kam es denn nun wirklich zur Verhaftung von Hannibal? Die Story mit den Hausangestellten glaubt ja nun wirklich niemand mehr und entspricht die Äusserung von Ghadhafi, dass die Schweiz den Terror finanziert der Wahrheit? Gut möglich, aber diese Dinge gehen ja nun „zufälligerweise“ vergessen.

Vielleicht werden wir die Wahrheit mal erfahren, wenn Oberst Ghadhafi seine Memoiren veröffentlicht.

Kommentare
Unsichtbarde
Unsichtbarde vor 2 Monaten
Ich weiss ja nicht, wo der Hase im Pfeffer liegt, aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass es um was völlig anderes, als misshandelte Haushaltsangestellte ging.
Seit diese unsägliche Geschichte ihren Anfang nahm, konnte man keine zwei Tage eine Meinung dazu haben, ohne dass nicht wieder was neues aufgetischt wurde. So was ist doch nicht normal, schon gar nicht, wenn es sich um so eine Lappalie handelt. Auch wenn es nicht angenehm ist von einer Sondereinheit verhaftet zu werden, so doll schlimm kann das für Hannibal Ghadhafi nicht gewesen sein. Ich kann verstehen, dass der stinkig ist, aber ein solches Theater geht deswegen nicht ab.

Der Bundesrat macht es sich wieder supereinfach, erklärt die Angelegenheit für geheim und windet sich nach hinten links raus. Und dann die "Indiskretionen" gegenüber der Presse... War das nicht Teil des Schaustücks?
Es spricht allerdings nicht gerade für unseren Abwehrdienst, dass M. Ghadhafi wohl bestens und ausführlich informiert war. Oder war das vielleicht auch Teil irgend einer Abmachung?

Gerade eben habe ich gelesen, dass der AAD10 wohl kaum in der Lage gewesen wäre, so einen Einsatz, wie er angedeutet wurde, durchzuführen, zumindest nicht ohne Unterstützung aus dem Ausland. Profiplaner müssten das ja gewusst haben. Miese Leistung oder wieder Information, die sich als falsch erweisen sollte?

Und die ganz grosse Frage, wozu überhaupt all das Affentheater? Womit ich wieder am Anfang der Überlegungen stehe...
akademiker
akademiker vor 2 Monaten
Beunruhigend ist, dass Ghaddafi offenbar ständig besser informiert war als die Schweizer Bevölkerung - wobei über eine mögliche Befreiungsaktion natürlich schon spekuliert wurde...
Unsichtbarde
Unsichtbarde vor 2 Monaten
Die Sache bleibt spannend, heute sollen wir die Wahrheit erfahren....
Ich kann mich nicht so recht zwischen dem und dem entscheiden.
Andrew_Lewis
Andrew_Lewis vor 2 Monaten
Der Artikel gefällt mir super. Sehr durchblickend und interessante Gedanken, welche ich teile. Die Erstürmung unserer Spezialeinheit scheint ziemlich fortgeschritten gewesen zu sein. Eigentlich unvorstellbar, dass man das ernsthaft umsetzen wollte. Ich würde Sagen: Schweiz vs Libyen: 0: 148.