Anatomie
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ZZ Top im Hallenstadion: Nostalgische Melodien und knackige Riffs
vor 1 TagenMusic + MoreKonzertNach dem wuchtigen Auftritt am diesjährigen Moon & Stars finden ZZ Top erneute den Weg in die Schweiz. Wer sie in Locarno verpasst hat, bekommt eine zweite Chance, wenn sie im Hallenstadion Hit an Hit reihen.
Die zwei bekanntesten Vollbärte der Musikgeschichte und ihr (beinahe) nacktgesichtiger Schlagzeuger – der ironischerweise Frank Beard heisst - sind seit Jahrzehnten präsent, einfach da, wie ein Felsen in der Brandung der Rockmusik. Was haben die drei Musiker aus Texas an Hits auf ihrem Konto? Gimme All Your Lovin`, Rough Boy, Viva Las Vegas oder Tush beispielsweise. Der eine oder andere Song davon wird wohl jedem Menschen schon durch die Gehörgänge geweht sein. Ihr Erfolgsgeheimnis wurzelt in der Mischung aus Blues, Boogie und einer saftigen Portion Hardrock. ZZ Top stehen nämlich seit Jahrzehnten für kraftvollen Classic-Rock und genau den werden sie in Zürich bieten.
Als Special Guest, als i-Tüpfelchen quasi, bringen ZZ Top eine weiter legendäre Band mit. The Doobie Brothers. Auch wenn diese nicht mehr in Originalbesetzung unterwegs sind – nur noch Sänger Tom Johnston ist von der Urbesetzung in der Band -, dürften Klassiker wie Long Time Runnin’ und Listen To The Music ihre Wirkung nicht verfehlen. Einem Abend voller nostalgischer Melodien und knackiger Gitarrenriffs steht also nichts mehr im Weg.
- ZZ Top & The Doobie Brothers
- 15. Oktober 2010
- Hallenstadion, Zürich
- Tickets gibt es beim Ticketcorner.
- Veranstalter: Good News.
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Zum Glück ist eine Hochschule kein Tram
vor 1 TagenCampus NachrichtenHunderte von Menschen mit einer Behinderung sind an Hochschulen immatrikuliert. Doch wie funktioniert ein Studium mit Handicap? Ein Student schildert die Zustände.
«Das Schwierigste sind für mich nicht zwingend die akademischen Herausforderungen sondern das Zeitmanagement. Man muss Therapien, Ärzte, Ämter und das Studium unter einem Hut bringen», erzählt Claudio Berther. Der Bündner studiert an der Universität Zürich Jura und weiss wovon er spricht, denn er hat seit Geburt eine cerebrale Bewegungsstörung und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Unterkriegen lässt er sich deswegen nicht. «Ich studiere Jura, weil ich in meinem Leben schon oft mit Gesetzen oder Verordnungen zu tun hatte, die ich nicht kannte», erklärt Claudio Berther und fügt hinzu: «Oft wurde ich damit konfrontiert, wenn es um Kostengutsprachen für meines Erachtens unbestrittene Hilfsmittel ging.»
Er spricht damit ein Stigma an, das auch in der Öffentlichkeit vorherrscht: IV-Empfänger. Oft muss er sich verteidigen, hört Schlagworte wie etwa «IV-Betrug» oder «Es wird ja genug für 'euch' getan!». Fehlende Sensibilisierung spüren Menschen mit einer Behinderung besonders stark. Was aber seine Kommilitonen angeht, so betont Claudio explizit, dass er ausschliesslich positive Erfahrungen gemacht habe. So sei er von Anfang an integriert gewesen und hätte sehr breite Unterstützung erfahren.
Trotz Hürden schon sehr weit
Neben der sozialen Komponente, ist die Mobilität bei Menschen mit einer Behinderung ein wichtiges Thema. Immerhin scheint die Barrierefreiheit in der Schweizer Hochschullandschaft schon sehr weit voran getrieben: «Wenn alle Gebäude so behindertengerecht wären wie die Universität Zürich, dann könne ich mich glücklich schätzen.» Berther spricht damit beispielsweise die Situation bei den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Zürich hat sich kürzlich neue Trams geleistet, die Haltestellen sind jedoch noch längst nicht überall behindertengerecht. «Wenn ich vor der Universität aus dem Tram aussteigen möchte, bin ich auf die Hilfe des Chauffeurs angewiesen», bemängelt Berther.

Für Studierende mit einer Behinderung hält ein Studium einige Hürden bereit. (Bild: Colourbox)
In der Hinsicht denkt die Universität Zürich deutlich weiter. Die Räumlichkeiten sind grosszügig mit Rampen ausgestattet, sodass sich Rollstuhlfahrer selbstständig in den Gebäuden bewegen können und rollstuhlgerechte Toiletten gehören zum Standard. Weiter steht an der Universität Zürich ein kleiner Ruheraum mit drei Liegen zur Verfügung, zu dem nur Studierende mit einer Behinderung Zugang haben und der eine Möglichkeit zum Rückzug bieten soll. Die Universität Zürich tut aber noch mehr für Studierende mit einer Behinderung, z.B. durch die Beratungsstelle Studium und Behinderung.
Wichtig für Betroffene
Seit 2003 verfügt die Universität Zürich über die Beratungsstelle Studium und Behinderung (BSB). Geleitet wird die Anlaufstelle für Studierende mit einer Behinderung von Olga Meier-Popa. Für die Ärztin und Sonderpädagogin ist es ein wichtiges Anliegen, Studierende mit einer Behinderung möglichst gut im Studium zu unterstützen. Das bestätigt auch Claudio Berther: «Das Team um Frau Meier-Popa leistet einen grossen persönlichen Einsatz, den ich sehr schätze.» Gerade zu Beginn des Studiums sei er sehr dankbar für die Hilfe seitens der BSB gewesen. Meier-Popa unterstreicht dies: «Das Sammeln und Vermitteln von Informationen zum Thema Studieren mit einer Behinderung ist von grosser Bedeutung für die betroffenen Studierenden.» Doch es geht weit darüber hinaus, denn die BSB vermittelt auch Hilfsdienste. Dies können Schreibdienste sein oder Hilfe bei Prüfungsvorbereitungen, aber auch Unterstützung bei der Einführung ins studentische Leben mit einer Behinderung. Dazu gehört ebenfalls die Interessensvertretung bzw. die Öffentlichkeitsarbeit, sprich das Engagement bei verschiedenen gesamtschweizerischen Projekten.
Schweizweite Übersicht über Behindertentauglichkeit
Besondere Beachtung verdient das engagierte Projekt Uniability, welches die Idee konsequent weiter trägt. «Wir versuchen mit der Plattform die Informationen verschiedener Hochschulen unter ein Dach zu bringen», erklärte Olga Meier-Popa. Bereits sind einige hilfreiche Links über die Website von Uniability abrufbar. Genau wie die Sammlung an Informationen der Universität Zürich, wird Uniability schrittweise ergänzt und ausgebaut. «Dort sollen Informationen über rollstuhlgerechte Parkplätze, Pulte und Sanitäranlagen sowie induktive Höranlagen zur Verfügung stehen, die den Mehraufwand für Studierende mit einer Behinderung reduzieren», bringt es Meier-Popa auf den Punkt.
Gedacht ist sowohl die BSB als auch Uniability nicht nur für Menschen mit Mobilitätsbehinderung, sondern auch für Betroffene mit Seh- oder Hörbehinderung oder mit einer chronischen Krankheit. Wird die BSB aber auch genutzt? Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Anfragen ständig steigt. Dies sei zu erwarten gewesen, erklärt Meier-Popa, da die BSB als Vermittlerin zwischen den Anforderungen und Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung und den Anforderungen an der Universität fungieren würde.
Leben nach dem Pfadfinder-Prinzip
Wie wichtig ihm der Einsatz der BSB ist, betont Claudio Berther nicht nur, er revanchiert sich auch: «Für mich ist es ein Geben und Nehmen, darum versucht ich etwas beizusteuern.» Er hat beispielsweise beim Übersetzten der Homepage ins Englische geholfen und zusätzlich wird er im kommenden Semester einer Austauschstudentin mit Sehbehinderung bei der Integration helfen.
Hier gibt es mehr Informationen zur Beratungsstelle Studium und Behinderung: BSB.
Bilder: Colourbox
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Brandon Flowers im Kaufleuten: Ein Killer auf Solopfaden
vor 3 TagenMusic + MoreKonzertWINThe Killers haben Pause! Offensichtlich ist aber Sänger Brandon Flowers kein Mensch, der gerne herumsitzt und Däumchen dreht. Was tut man in dem Fall? Klar, man wirft kurzerhand ein Soloalbum auf den Markt und tourt einmal um den Erdball.
Nun wagt sich der Killers-Frontmann also alleine in die Konzertsäle. Das hat einerseits den Vorteil, dass er jetzt sein eigener Chef ist und niemandem Rechenschaft schuldig ist. Auf der anderen Seite aber beginnt Flowers wieder in ungewohnten Gefilden und bespielt eher kleine Clubs, ohne seine weltbekannte Band im Rücken zu wissen und mit Songs, die noch relativ unbekannt sind. Doch Brandon Flowers ist schon lange genug im Business, um mit diesem Druck umgehen zu können. Es wird also spannend, zu sehen, wie gut sich der Killers-Frontmann auf Solopfaden bewähren wird und wie sehr er sich musikalisch von The Killers absetzen kann oder will. So oder so, das Werkzeug dazu hat er.
Flamingo heisst das Werk. Nun klingt die Scheibe musikalisch etwas ziellos, wirkt zusammengewürfelt und bewegt sich in ziemlich vielen Musikrichtungen. Kein Wunder, wurden die Songs doch während einer The-Killers-Tour geschrieben. Und genau darin liegt der Charme der Platte, denn ähnlich wie die Frauen, die im Film How To Make An American Quilt durch das Besticken eines Flickenteppichs ihre Erinnerungen festhalten, macht es Flowers mit seinen Song. Je länger die Scheibe dauert, desto mehr Stücke verwebt er in seinem metaphorischen Quilt, bis die Platte ein persönliches Ganzes ergibt. Was sofort auffällt ist Brandon Flowers unverkennbare und markante Stimme, mit der er der Platte, wie schon bei The Killers, seinen Stempel aufdrückt. Auf alle Fälle klingt Flamingo vielversprechend und die Songs haben durchaus das Zeug, um live zu funktionieren.
Noch gibt es Tickets im Handel. Students hat ausserdem Tickets, CD’s und Vinyl für euch.
- Brandon Flowers
- 3. Oktober 2010
- Kaufleuten, Zürich
- Tickets gibt es beim Ticketcorner.
- Infos zu Brandon Flowers gibt es auf seiner Homepage.
- Veranstalter: Good News
Brandon Flowers ist Students.ch Artist des Monats. 0 Kommentare
Steve Winwood im Kaufleuten: Intime Atmosphäre, statt grossen Hallen
vor 7 TagenMusic + MoreKonzertEben war er noch mit Eric Clapton auf einer gefeierten Welttournee, welche die beiden Musiker auch nach Basel führte, und schon steht Steve Winwood erneut auf einer Schweizer Bühne. Allerdings tauscht er die grossen Hallen für einmal gegen die intime Club-Atmosphäre.
Angefangen hat der damals fünfzehnjährige Steve Winwood bei der Spencer Davis Group. Schon mit dieser Formation schrieb er Musikgeschichte. Songs wie Keep On Running oder Gimme Some Lovin’ wurden zu Welthits. Künstler wie Tina Turner oder The Blues Brothers nahmen die Stücke neu auf und feierten damit internationale Erfolge. Nur vier Jahre blieb Winwood der Gruppe treu, dann verliess er die Band, um sich der Formation Traffic anzuschliessen. Eine Hitsingle und eine ausgedehnte USA-Tour später zerfiel auch Traffic und Winwood versucht sich erst einmal als Solokünstler. Während einigen spontanen Jam-Sessions mit Eric Clapton, der nach der Auflösung von Cream ebenfalls bandlos war, entstand das Projekt Blind Faith. Das Debütkonzert – der Eintritt war kostenlos - fand vor 100'000 Menschen im Hyde Park in London statt. Doch auch Blind Faith lösten sich nach nur einer Tour auf, weil die Beteiligten verschiedene Ansichten über die musikalische Entwicklung der Band hatten. Kreative Differenzen nennt man das wohl.
Seither ist Steve Winwood als Soloartist sehr erfolgreich und geniesst einen exzellenten Ruf, sowohl auf der Bühne als auch im Studio. Winwood ist nämlich ebenfalls ein gefragter Studiomusiker. Er hat seine Gitarre bereits für illustre Künstler wie Jimi Hendrix oder Marianne Faithfull, Phil Collins oder auch Christina Aguilera klingen lassen. Sein Solowerk umfasst mittlerweile neun Studioalben, auf denen Hits wie Roll With It oder Higher Love enthalten sind. Doch sein grösster, wenn auch indirekter Hit ist wohl Valerie, auch wenn er dafür nichts kann. Eric Prydz hat nämlich grosse Teile des Songs für seinen Lasst-uns-Frauen-beim-Turnen-beobachten-Hit Call On Me verwendet. Windwood kennen deswegen nicht mehr Leute, was ihm vielleicht gar nicht so unrecht ist. Aber es zeigt, dass Winwood auf vielen Baustellen zuhause ist.
Wer sich von den Live-Qualitäten Winwoods selbst überzeugen möchte, kann das am 5. Oktober in Zürich tun. Noch gibt es Tickets.
- Steve Winwood
- 5. Oktober 2010
- Kaufleuten, Zürich
- Tickets gibt es beim Ticketcorner.
- Mehr über Steve Winwood gibt es auf seiner Homepage.
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Musikfestwochen: Solider Black Rebel Motorcycle Club und grossartige Eels
vor 10 TagenFestivalMusic + MoreAuch am zweiten „Bezahlabend“ an den Winterthurer Musikfestwochen konnte sich das Programm sehen lassen. Mit Black Rebel Motorcycle Club und Eels bespielten zwei Bands die Steinberggasse, die das Prädikat Kult sicherlich verdienen.
Kraftvoller, überzeugend gespielter und von kernigem Blues gefärbter Rock. Dafür stehen Black Rebel Motorcycle Club (BRMC). Doch über die volle Länge der Show vermochten BRMC die Spannung in Winterthur nicht aufrecht zu erhalten. Zu oft klangen sie unmotiviert und zu sehr setzten sie auf straighten Sound, sehr zu Ungunsten der leisen Töne. Klar, das Konzert hatte seine Stärken: Ain’t No Easy Way etwa, das mit dem markanten Basslauf auch live prächtig funktioniert oder die verträumte und schwelgerische Ballade Open Invitation, die zum Schluss einen magischen Moment unter dem Sternenhimmel kreierte. Aber leider wirkte der Gig, als wären BRMC nicht auf der Höhe, fast schon so, also ob sie die Verpflichtung möglichst rasch über die Bühne bringen wollten. Das mag mit den tragischen Ereignissen am Pukkelpop Festival vor gut einer Woche zusammenhängen - Michael Been, der Tontechniker und Vater von Gitarrist Robert Levon Been hatte einen Herzinfarkt und verstarb. Das ist traurig und vielleicht hätte der Band eine Pause gut getan, verstanden hätten das die Fans mit Sicherheit. So aber, haben BRMC einen zwar recht soliden Auftritt gezeigt, auch wenn sie nicht durchgehend überzeugt haben.

Black Rebel Motorcycle Club auf der Bühne.
Ganz anders: Eels. Komplett in Weiss gewandet, mit Piraten-Kopftuch und Brille – Scheinwerfer blenden eben –, betrat Mark Oliver Everett alias E die Bühne. Von Anfang an hatte er das Publikum mit seiner schelmischen Art im Griff und dachte nicht im Traum daran, die Kontrolle wieder abzugeben. Eher im Gegenteil, er wusste ganz genau, wie er mit dem Publikum umzugehen hatte. So stellte er sich während Dog Faced Boy minutenlang starr an den Bühnenrand und liess sich vom etwas ratlosen Publikum feiern oder er erklärte, er wolle zeigen, woher er stamme, nämlich aus Kalifornien und stimmte Summer In The City an. Das Cover der Lovin’ Spoonful brachte Stimmung bis in den hintersten Winkel der Steinberggasse. Musikalisch hatte E Unterstützung von einer sehr versierten Band, die ihn behände durch das Konzert begleitete und jeglichen musikalischen Stolpersteinen auswich. Die Setlist enthielt mit My Beloved Monster, I Like Bird oder Spectacular Girl einige Leckerbissen und so endete nach knapp 90 Minuten mit Oh So lovely nicht nur ein grossartiges Konzert, sondern ein unvergesslicher Konzertabend.

E mit Brille und Kopftuch.
Eine Zeile aus Mr. E’s Beautiful Blues hätte den wunderschönen Abend kaum besser zusammenfassen können, insbesondere, wenn man das verregnete Konzert des Vorabends bedenkt: God Damn Right It’s a Beautiful Day.
Bilder von www.Musikfestwochen.ch
HIER gibt es die kompletten Galerien. 2 Kommentare
Peter Gabriel fährt mit grossem Orchester ein
vor 11 TagenMusic + MoreKonzertEr hat mit Genesis die progressive Rockmusik mitgeprägt und mit Sledge Hammer die Videokunst revolutioniert. Jetzt ist Peter Gabriel wieder zurück und fährt, wie von ihm gewohnt, mit grossem Orchester ein.
Scratch My Back heisst die neue CD von Peter Gabriel. Der Silberling , dessen Inhalt im ersten Moment ein leeres Schlucken verursacht - schliesslich sind mit Coversongs von Radiohead, Bon Iver, Talking Heads oder Arcade Fire einige musikalische Pflänzchen mit Kultfaktor auf der Scheibe -, entpuppt sich als spannendes Projekt. Peter geht nämlich mit sehr viel Gefühl und sehr respektvoll an die Songs. In einem zweiten Schritt ist zudem geplant, dass die Künstler und Bands, die Gabriel ausgesucht hat, jeweils auch einen Song aus der Karriere des ehemaligen Genesissängers interpretieren. Das klingt durchaus spannend und die CD soll bald folgen.
Doch erst einmal tourt der charismatische Peter Gabriel alleine. Wie schon Sting, ist auch er mit einem Orchester unterwegs, damit die Atmosphäre, die auf dem Longplayer herrscht, adäquat auf die Bühne transportiert werden kann. Zweifelt da jemand? Kopfschütteln? Gut, denn Peter Gabriel gilt ja nicht umsonst als Perfektionist. Interessant ist zudem, dass die Tour, die schlicht New Blood heisst, als erklärende Zeile „Orchestra - No Drums – No Guitars“ trägt. Gabriel also einmal mehr auf avantgardistischen Pfaden? Sieht ganz so aus. Wenn das einer überzeugend hinbekommt, dann Peter Gabriel.
Die Tour führt den Sänger auch ins Hallenstadion, wo voraussichtlich die komplette Scratch My Back-Platte zu hören sein wird und mit Sicherheit auch einige Hits aus der langjährigen Karriere des Engländers.
- Peter Gabriel
- New Blood Tour
- 29. September 2010
- Hallenstadion Zürich
- Tickets gibt es beim Ticketcorner.
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Caroline Chevin: Whatever It Takes brach das Eis
vor 13 TagenFestivalMusic + MoreEinmal mehr hat das Kaufleuten eine junge Sängerin eingeladen, an den Summer Sounds zu singen. Caroline Chevin hat diese Möglichkeit genutzt und sich grösstenteils als charismatische Künstlerin präsentiert.
Angefangen hat das Konzert des Schweizer Soul-Shooting-Stars eher ruhig, fast gemächlich – böse Zungen würden es langatmig nennen. Wo war die viel umjubelte und über den grünen Klee hinweg gelobte Caroline Chevin? In der ersten Viertelstunde wirkte das Geschehen auf der Bühne beängstigend blutleer und distanziert. Die Leute im Saal wippten unschlüssig mit den Füssen, nippten an ihren Drinks und schauten sich teilnahmslos an. Als hätte Caroline dies mitbekommen, schaltete sie einen Gang höher. Whatever It Takes, ihr letztjähriger Radiohit, vermochte das Eis schliesslich zu brechen.
Plötzlich war die Band voller Spielfreude. Eine Wohltat, denn jetzt war Leben im Konzert. Die Band variierte musikalisch deutlich mehr und auch Caroline wurde zunehmend selbstbewusster, ging aus sich heraus, zeigte ihr Können, liess ihre Stimme spielen und hauchte Songpassagen fast zärtlich in den Raum. Das Konzert wusste immer mehr zu gefallen, steigerte sich von Song zu Song und als Gaststar Seven die Bühne betrat, tobte der Festsaal. Die beiden Stimmen ergänzten sich bestens. Seven gelang es, Caroline noch zusätzlich zu fordern und so trieben sich die beiden Musiker zu eindrücklichen Leistungen. Back in the Days beendete schliesslich ein klasse Set, das nach Anfangsschwierigkeiten mitreissend wurde. Immerhin war es der erste Auftritt der Tour, da ist spürbare Nervosität sehr menschlich.
Das Album Back In The Days ist ab 27. August im Handel erhältlich.
Hellsongs – Minor Misdemeanors
vor 14 TagenMusic + MoreCD / VinylDie junge Band aus Schweden verfügt noch immer über die Gabe, direkt in die Seele der bekanntesten Hardrock-Hymnen zu blicken. Was sie von dort zu Tage fördern, gefällt längst nicht jedem. Hellsongs ist das egal, sie bleiben sich auf dem zweiten Album treu.
Der Titel der Platte spielt ironisch auf diverse Reaktionen an, die Hellsongs nach dem Release ihre erste CD zu verdauen hatten. Minor Misdemeanors lässt sich als minderes Delikt übersetzen, also quasi als Kavaliersdelikt. Damit kontert die Truppe clever und nimmt jeglicher Kritik, sie sei respektlos gegenüber den Originalen, den Wind aus den Segeln. Das Interpretieren von Hard-Rock-Klassikern ist ja auch nicht verboten, selbst wenn eine junge Band aus Schweden lockere Folksongs daraus zaubert. Oder passt den in ihrem musikalischen Stolz getroffenen Hardrockern nicht, dass die Starkstrom-Hymnen ihrer Idole plötzlich als zerbrechliche Folksongs inszeniert werden?
Jedenfalls machen sich Hellsongs erneut genüsslich über Klassiker wie School’s Out (Wird zum leichten Sommersong) oder Welcome to the Jungle (Gerät zur seichten 08/15-Folkballade) her. Doch lässt einen gerade bei diesen beiden Songs das Gefühl nicht los, sie seien nur wegen ihres Bekanntheitsgrades auf die Platte gepackt worden. Schliesslich soll die Scheibe ja verkauft werden. Hellsongs können es nämlich besser. Schönstes und sehr überraschendes Beispiel dafür ist, was die Band aus Skeletons of Society gemacht hat. Das Original stammt aus der Feder von Slayer, wird aber in den Händen von Hellsongs zum eingängigen Gitarrenpopsong, der sich irgendwo zwischen Au Revoir Simone und Peter, Bjorn und John bewegt. Neu ist hingegen, dass Hellsongs eigene Songs schreiben. Erst mal nur einen, nämlich Rubicon Crossing, aber der klingt schon ordentlich, kann überzeugen und reiht sich nahtlos in die Parade der Coversongs ein.
Natürlich darf man Hellsongs nicht zu ernst nehmen, das tun sie selbst ja auch nicht. Musikalisch gesehen ziehen sie ihr Ding aber konsequent und seriös durch. Zudem sind sie mit dem Schreiben eigener Songs auf einem guten Weg, denn die Idee mit den Covers, so gut sie ist, wird mit der Zeit verblassen.
- Hellsongs
- Minor Misdemeanors
- Ab 27. August im Handel erhältlich.
- Weiter Infos und Hörproben bietet die Myspace-Seite der Band. 0 Kommentare
Der klassische Sting
vor 15 TagenMusic + MoreKonzertMit The Police konnte Sting vor einigen Jahren im Hallenstadion nicht so richtig überzeugen, zu verkrampft wirkte der Auftritt. Dafür klingt sein neuestes Projekte sehr entspannt und vielversprechend: Sting präsentiert seine Hits im klassischen Kleid.
Was hat der Mann mit den fünf Buchstaben im Namen nicht alle schon gemacht. Sting ist Schauspieler, engagiert sich für Amnesty International und er fördert Fiction Plane, die Band seines Sohnes. Doch jetzt besinnt sich Gordon Sumner, wie Sting bürgerlich heisst, auf seine musikalischen Wurzeln. Ein Sting geht aber nicht einfach mit einer trivialen Hitparade auf Tour. Er lädt eben mal das Royal Philharmonic Concert Orchestra ein, arrangiert seine Songs aufwändig neu und präsentiert Welthits aus der Zeit von The Police und aus seinem eigenen Werk, allesamt mit klassischer Unterstützung.
Der Engländer startete seine Solokarriere 1985, nach dem (vorläufigen) Ende von The Police. Seither hat er diverse Welthits komponiert. Angefangen bei Englishmen in New York, aber auch Fields of Gold oder If I Ever Lose My Faith in You und Desert Rose. Ausserdem war er am Song All For Love beteiligt, welchen er mit Bryan Adams und Rod Stewart eingesungen hat. Daneben hat er sich als Schauspieler mit Filmen wie The Bride oder Dune einen Namen gemacht.
Sting tritt am 28. September im Hallenstadion auf und wenn man einen Blick auf die bisherigen Setlists der Tour wirft, verspricht es ein grosser Abend zu werden. Noch gibt es Tickets!
- Sting
- 28. September 2010
- Hallenstadion Zürich
- Tickets gibt es beim Ticketcorner. 0 Kommentare
Joanna Newsom lässt ihre Harfe in Zürich singen
vor 18 TagenMusic + MoreKonzertWINVor einigen Jahren trat Joanna Newsom ins Rampenlicht und überzeugte mit feinfühligen Folksongs. Dass sie dabei die Saiten ihrer Harfe zupfte, machte ihre Musik zusätzlich spannend.
Wenn Nostradamus uns vorhergesagt hätte, dass 436 Jahre nach seiner Verabschiedung ins Jenseits, eine junge Frau die Bühne betreten wird, die mit einer Harfe verzaubert, hätten wir ihn wohl für verrückt erklärt. Hat er natürlich nie prophezeit, doch wahr ist es trotzdem. 2002 entschied sich die Kalifornierin jedenfalls, dass sie ihr Harfespiel mit Gesang ergänzen möchte. Den Exotenbonus hatte sie damit auf sicher, schliesslich ist die Harfe – von Andreas Vollenweider mal abgesehen - nicht gerade das typische Instrument für die populäre Musik. Funktioniert hat ihre Idee dennoch prächtig.
Schnell war Joanna unter einer eingeschworenen Gemeinde von Musik-Nerds ein Begriff. Da war diese zierliche Frau, die ihrem massiven, schwer wirkenden Instrument Klänge entlockte, die probemlos nach Mittelerde gepasst hätten und diese formte sie zu sanften Folkballaden. Joanna ist ausserdem mit einer glasklaren Stimme gesegnet, die in ihren Facetten zwischen zerbrechlich und gefestigt schwankt. Nein, Joanna Newsom macht keine Musik für den Mainstream, eher im Gegenteil, ihre Songs sind mal sperrig und schräg und mal betörend leicht und eingängig. Vielleicht lohnt es sich aber gerade wegen dieser Ambivalenz, in den einen oder anderen Song der einzigartigen Künstlerin reinzuhören, denn auch heute gilt Joanna Newsom als absoluter Geheimtipp.
Im September kommt Joanna Newsom erneut nach Zürich und lässt im Volkshaus ihre Harfe singen. Students verlost Tickets für das Konzert.
- Joanna Newsom
- 24. September 2010
- Volkshaus Zürich
- Tickets gibt es bei Ticketcorner. 0 Kommentare