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Über den Autor

Anatomie

Männchen

Geboren am

01.01.1901

Wohnt in

Zürich

Meine Worte

"Sir, we are surrounded, Sir" "Excellent, we can attack in every direction" ***** "Von allen Dingen, die mir verloren gingen, habe ich am meisten an meinem Verstand gehangen" (Ozzy Osbournbe)

Blogs

Ohne Titel, aber mit vielen Worten

Ohne Titel, aber mit vielen Worten

vor 2 Tagen

SIE: Ist dir eigentlich bewusst das du ein Vielflirter bist? Das du überall bei den weiblichen Mitgliedern deine Spuren hinterlässt. Immer schön öffentlich und sichtbar. Verstehe ich nicht ganz, da du ja sehr grossen Wert auf anonymität legst. Was soll das also, der ganze Zirkus?

Wie bist du eigentlich auf den Namen ''Unsichtbarde'' gekommen? Speziell, einzigartig und wahnsinnig kreativ. Ernsthaft. Hut ab vor deiner Namensfindung.

Und sonst, wie gehts???


ER: Aha, man fühlt mir auf den Zahn. Nun gut, da beantworte ich zuerst das einfachste; es geht mir im Grossen und Ganzen gut. Danke der Nachfrage.

Auch einfach ist der Name „Unsichtbarde“ zu erklären, das ist kein geistiger Erguss der meinem Hirn entsprungen ist. Den habe ich von diesem Lied übernommen:



Och... Vielflirter ist ja schon etwas übertrieben. Und, ich bin ja weiterhin anonym, egal ob Füsschen, Rösschen, Links oder wirres Gebrabbel. Wer mehr wissen will, der muss halt die Mühe auf sich nehmen und mir schreiben, was sich aber nicht speziell lohnt, so ganz ehrlich gesagt.
Nun, für was ist denn die Seite sonst da? Ein bisschen bloggen, ein bisschen bewerten, ein bisschen kommentärlen... dafür ist sie nun mal gemacht, weshalb also die Funktionen nicht nutzen?
Und eh, ich bemüh mich wenigstens einigermassen unterhaltsam zu sein.


SIE: Du bemühst dich also unterhaltsam zu sein. Ist aber lieb von dir. (Mehr kommt mir nicht in den Sinn, leere im Kopf oder wie man das nennt) Hast du mir meine Ideen geklaut?

Wie wärs mit einer Blog-Gruppe??? So mit Casting (schreibend natürlich) und allem drum und dran, phü ich könnt nicht mehr vor lachen (oder weinen) je nach dem was gelifert wird.

WAS SOLL DER TITEL? Das Ende des Zyklus....Spinnst du? Ich bin noch lange nicht in den Wechseljahren und ihr Männer geht ja bekanntlich wieder mal feige dran vorbei. Schönes Bild, übrigens. Aber WIESO DAS ENDE???? Heul gleich!


ER: Also, ein Zyklus wiederholt sich immer wieder. Das Ende des Zyklus ist gleichzeitig sein Neubeginn. Wir hatten also drei Blogs mit so was wie einem Chat. Das kann man dem Fernsehverwöhnten Publikum nicht ewig vorsetzen. Das wird für die Leser langweilig, die erwarten Abwechslung. Sex, Crime, Suspense, Thrill, Action. Sie wollen in menschliche Abgründe schauen, Tragödien erleben, aber auch einen Hoffnungsschimmer für ein Happyend. Heiraten gehört übrigens eindeutig NICHT in diese Kategorie.
Ich hatte ja so gedacht, das würde ein „Interview mit einem Unsichtbarden“, wo ich gnadenlos ausgefragt werde. Wo mir mit der Lampe ins Gesicht gezündet wird, Wasserfolter, Schlafentzug und Wahrheitsdrogen. *mjami* Das schätzt das Publikum, Gladiatoren die in der Arena glorreich siegen oder jämmerlich zugrunde gehen.

Natürlich habe ich deine Gedanken nicht geklaut, ich habe deine entscheidende Frage nach der Vielflirterei ins Leere laufen lassen. Ich hab zwar eine Antwort gegeben, aber erzähl mir nicht, dass die deine weibliche Neugierde auch nur ansatzweise befriedigt hätte.

Also, für das Design von Männlein und Weiblein bin ich nicht zuständig. Aber es würde keinen Sinn machen, dass Männer in die Wechseljahre kommen. Für so ein bisschen abspritzen braucht es keine Unmengen von Energie. Notfalls kann man als Mann auch noch mit 80 ein Kind zeugen. Eine Schwangerschaft erfordert im Gegenzug aber eine ganze Menge an Energie. Unter normalen, also nicht hochzivilisierten Umständen, würde eine Schwangerschaft, ab einem gewissen Alter, das Leben der Frau und des Kindes gefährden. Das wäre nicht im Sinn der Evolution, also, müsst ihr in die Wechseljahre kommen und wir nicht. Aber eben, Reklamationen bitte an die zuständige Stelle, nicht an mich.


SIE: Wir sind aber nicht beim Fernsehen. Wir können also Probleme auf diese Art und Weise weiterfahren. Wie stellst du dir das mit dem SEX, CRIME, DRUGS and ROCK ´N´ ROLL vor? Woher nehmen wir die tiefen Abgründe her? Hast du welche? Erfindest du welche? Und das Happy-End… wie gestalten wir das? Hast du dir vorher überhaupt irgendwas überlegt bevor du mir diese Vorschläge geschickt hast? Und wieso soll ich das Interview mit dir führen? Wie du gesagt hast, wir Frauen bekommen ja die Kinder. Reicht das nicht? Muss ich das wirklich auch noch erledigen? Also wirst du glorreich zugrunde gehen und ich heroisch gegen dich kämpfen? Bitte erläutere deine fantasievolle Umschreibung unseres neuen Blogs. Wer hat welche Rolle etc.

Weibliche Neugierde kannst du als Mann niemals befriedigen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Kenne Keinen, nicht einen Einzigen der das kann. (Vielleicht bin ja einfach zu anspruchsvoll, dennoch, ich kenne niemanden)

Ja leider bist du nicht dafür zuständig. Oder zum Glück? Ich weiss es nicht. Es gibt ja Männer die sind so was von einverstanden mit der Lösung die uns Mutternatur aufgezwungen hat. Aus lauter Bequemlichkeit. Ist das bei dir auch so? Oder würdest du was ändern? Weißt du per Zufall die zuständige Stelle? Wenn ja, SAGS SOFORT! Bin ja sicher nicht die einzige die ein Problem mit der Evolution hat. Danke übrigens für deinen Standpunkt was das altern und Kinderkriegen anbelangt. Von dieser Seite hab ich es noch nie gesehen. (Du bist noch einmal dran, Sorry…danach können wir gerne die neue gemeinsame Blogform ausprobieren)


ER: Vielleicht ist das hier nicht gerade Fernsehen, aber es ist medial. Also folgt ein Blog auch diesen Gesetzen. So Soap-mässig. Und da wollen die Leute nun mal Dramen. Harmonie ist langweilig.
Nja, ich dachte so daran, dass das eine Art Freikampf ist. Also nichts choreographiertes, das merkt der Leser und macht die Sache unauthentisch. Natürlich habe ich mir bei den Vorschlägen etwas überlegt. Es geht beim bloggen ja um den Leser. Der will unterhalten werden. Gelingt das, liest er auch die Fortsetzung. Ich fand den Ansatz eines investigativen Interviews noch ganz gelungen. Da kann man Spannung aufbauen.

Natürlich habe ich tiefe, dunkle Abgründe. Jeder hat die. Und darin wohnen kleine, fiese, eklige Monster, die sich voll fressen, damit sie gross und stark werden und an die Oberfläche kriechen können um allerlei Unfug zu treiben. Aber zur Not könnte ich auch welche erfinden, oder die von anderen als meine ausgeben. Da liegt alles drin. Ich kann dir auch welche ausleihen, falls du grad keine zur Hand hast.
Ahahaha. Das ist ja der Trick, dass die weibliche Neugier nicht befriedigt wird. Würden wir das tun, wäre euer Interesse an uns schnell erlahmt. Schlau, gell?

Also, das mit der Evolution... Es gibt einfach Dinge, die muss man fressen, ob sie einem nun passen, oder nicht. Es ist einfach so, niemand kann es ändern, weshalb sich also darüber aufregen? Wenn’s regnet wird man nass. Man darf sich darüber nerven, aber trocken wird man deshalb nicht. Man kann es allerdings geniessen, dann ist es schön. Och, ich hatte eigentlich nie die Absicht Kinder in die Welt zu stellen. Von dem her geht mich das soweit nichts an. Ich mein, es ist nicht gerade ein Thema, das mich beschäftigt. Dafür haben wir Prostataprobleme. Wenn ihr eure Blutungen los seid, fängt das bei uns an. Ist doch eine Art ausgleichende Gerechtigkeit.

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Das Ende des Zyklus

Das Ende des Zyklus

vor 3 Tagen



ER: Ja, doch, das Bild ist stimmig. Gut gewählt.

Es ist ja immer wieder schön, wenn sich alte Weisheiten und Regeln bestätigen. So Beispiel die, dass es kompliziert wird, wenn Frauen beteiligt sind. Womit sich das Thema wieder dieser Multitaskingfähigkeit nähert.
Ich rekapituliere also ein bisschen. Also, das mit dem „persönlich“, hab ich das gerafft? Ein Foto würde diese Sache rein theoretisch beseitigen?
Wenn nicht dieser Haken mit der Mailadresse wäre. Und dieses Angst, die dir nun beim einkaufen ständig im Nacken sitzt... Ich kauf auch im Coop ein, nur damit dies auch erwähnt ist. Ja, der Unsichtbarde kann immer und überall lauern.
Wobei einkaufen tust du ja nicht am Limmatplatz, da winkst du nur allen Männern zu, bis dich der Unsichtbarde erlöst.Ich mein, das ist alles wirklich sehr schlüssig... bis auf die Sache, dass du trotz aller Gefahren beim Zopf mitmampfen willst. Gut, er ist das Risiko wert, das darf ich hier kühn behaupten.
Und ja, das gibt einen grossen, starken Zopf. Ein richtig männlicher Zopf halt, nicht so n’ Kram für kleine Kinder.


SIE: SAGT ETZT MAL GAR NIX DAZU!!! Hat nämlich HUNGER. VERSTEHST DU DAS? HUNGER! Gute Nacht, bis MORGEN :)

SIE: Für den Zopf würde ich sogar die Angst überwinden. Bitte definiere STARKEN ZOPF! Danke.

Übrigens, wo bleibt der Titel? Wolltest du den nicht heute nachliefern?

Ich bin übrigens ein Migros-Kind.Verschmähe Coop wie und wos nur geht. Ist ja auch nicht ganz billig, der Coop.

Ps. Wie gehts deinem SIXPACK und den FETTRESERVEN??? :)


ER: Gut, viele Fragen keine Antworten, aber ich bin mir das ja gewohnt und kann damit umgehen.

Ok, Coop ist nicht ganz billig, aber das kann man heute von der Migros auch nur noch bedingt behaupten. Ausserdem hat auch Coop gute und günstige Dinge. Und Bier.

Na ja, ein Zopf wie sein Schöpfer, halt. Aber gut Worte gibt es deren viele, hier ein Bild, wie die so üblicherweise aussehen, meine Zöpfe:








Tja und wer weiss, vielleicht erfährt die Community ja sogar, wie der schmeckt...
(Muss da ein bisschen Spannung aufbauen)

Na ja, das Fett schwindet langsam und so allmählich lassen sich die Konturen des Sixpack erkennen. Liegt aber noch ein bisschen Arbeit vor mir.

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WELTPREMIERE: Gemeinsam bloggen

WELTPREMIERE: Gemeinsam bloggen

vor 4 Tagen

Vorwort

Dieser Blog ist eine gemeinsames Werk mit LilOne. Sie war es auch, die die Idee dazu hatte.


ER: Was als spontane Idee in den Raum geworfen und unreflektiert begeistert aufgenommen wurde (kleine Hommage an Gwendolan) entpuppt sich als gar nicht so einfach. Wie macht man so was überhaupt. Irgendwelche Erfahrungswerte stehen nicht zur Verfügung, oder sind nicht vergleichbar. Schon die grundlegendsten Sachen wie Form und Themenwahl sind nicht einfach zu finden, zumal die Kommunikation jäh unterbrochen wurde.
Meine Ex-Freundin suchte mich just in dem Moment heim, wo die Zarte Pflanze Zusammenarbeit in die fruchtbare Geistesebene eingepflanzt wurde. Pfscht. Zertrampelt ward sie. Insgeheim vermute ich ja, dass sie irgendwo eine Kristallkugel hat, die genau in dem Moment wo ich eher ungestört sein will, gelb zu leuchten beginnt.
Nun kann ich ja eigentlich zwei Sachen mehr oder weniger parallel erledigen. Lesen und kacken sei als eher profanes Beispiel genannt. Aber ihr wisst, was ich meine. Nun, wenn Ex auftaucht, ist das ein proprietärer Task. Sie absorbiert alle (geistigen) Ressourcen. Natürlich hat LilOne recht, wenn sie sagt, ich soll sie rausschmeissen, es stehe nicht umsonst ein Ex vor der Freundin. Wenn’s nur nicht so furchtbar kompliziert wäre.


SIE: Nur schon den Titel ist nicht zumutbar. Gemeinsam bloggen. Gehts noch? Ich wär ja für: ''Gemeinsam statt einsam''

Und was soll das bitte mit dem Multitasking? Männer können bekanntlich nicht zwei Sachen gemeinsam, das ist erwiesen. Und wenn doch, verhält es sich extrem primitiv, das wissen alle. Muss also nicht erwähnt werden. Extrem überflüssig.

Weswegen ist den das mit der Ex so kompliziert, dass sie sogar unser Blogexperiment stört? Wenns so weitergeht kommen wir ja nie auf einen grünen Zweig, sprich ihr zwei seit auf dem besten Weg unsere Ökobilanz noch weiter zu zerstören. Ich will nicht nur eine Pflanze sondern einen ganzen Wald! Wald, das ist das was man sieht wenn man aufs Land fährt. Und ich will auch eine Kristallkugel, kann man da was arrangieren mit deiner EX-Freundin?...

Wieso habt ihr euch den überhaupt getrennt? Wärs nicht so hätten wir nämlich eine viel bessere Öko...du weisst ja was ich mein.

Und jetzt zum Guten an deinem schriftlichen Erguss: Danke für den Anfang. Ich finde wir machen das schon extrem gut. Wir haben ja Zeit und können üben bis unsere Hände pink, die Füsse grün, der Kopf rot und der Bauch gepunktet ist, sprich bis wir alt und schrumplig sind. Und die Themenwahl hat sich somit auch erledigt. Wir knöpfen ja nahtlos an den anderen an.


ER: Nun gut, über den Titel lässt sich noch verhandeln. Aber ich kann ohne nicht mit schreiben anfangen. „Gemeinsam statt einsam“ klingt so verbunden, da schwebt vor meinem geistigen Auge gleich der Traualtar und ich kontrolliere ob ich, im Falle eines Herzinfarktes, die Nummer vom Arzt auch wirklich auf dem Handy gespeichert hab.

Natürlich können Männer Multitasking, das von mir erwähnte Beispiel ist übrigens nicht primitiv, sondern profan. Abgesehen davon kann auch ein Mann auf der Schüssel extrem ästhetisch wirken.
Das Problem beim Multitasking ist allerdings, dass es eben bei uns männlich ist. Das heisst, wir brauchen eine gewisse Logik. Wenn also eine Frau mit einem Mann spricht, dann packt sie drei völlig unterschiedliche Sachverhalte in einen Satz. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn die Antwort nicht automatisch gegen einen verwendet würde. Also muss man das erst entwirren, die gespeicherten Inhalte zu den verschiedenen Themen abrufen, das Ganze verarbeiten und zu einer leicht verständlichen Ausgabe verarbeiten. Kommt an dieser Stelle ein Grunzen, ist der Speicher überlaufen. Auch Männer haben ihre physikalischen Grenzen.

Uh, ich pflanz mit Sorgfalt und Bedacht ein kleines, zerbrechliches Pflänzchen ein und SIE will natürlich gleich einen ganzen Wald. Wie konnte ich dieses Prinzip bloss vergessen?

Ich habe mich von ihr getrennt, sie denkt, das sei der nächste, evolutionäre Schritt zu einer perfekten Beziehung. Aber sollte ich diese Kristallkugel mal finden, ich werde sie dir gerne schenken.
Bis wir alt sind... höhöhö, das kann sich bei mir höchstens um Wochen handeln. Also hopp, spute Dich!


SIE: Spinnst du, Traualtar??? Niemals. Das ist und wäre zu viel. Aber wir schreiben ja gemeinsam an dem Blog. Nicht einsam. Gemeinsam. Verstehst du was ich meine.

Ja der männliche Speicher ist definitiv etwas begrenzt. Aber jeder Speicher kann vergrössert werden wie du ja weißt.

Dein grüner Daumen in ehren, aber ich weiss wie ein Wald entsteht. Mit einem kleinen Pflänzchen beginnt alles. Nur ist es für jedes Pflänzchen schwierig sich zu entwickeln, wenn es von einem Bulldozer überrannt und nieder getrampelt wird. Der Wald ist nur so ein Ziel von mir. Braucht alles seine Zeit und Geduld.

Meine Güte, was soll denn das mit hopp spute dich? Ich mach aus Prinzip nie etwas auf Kommando. Und so alt bist du auch nicht. Bis zum Schrumpelzustand geht es also noch eine Weile.

Es gibt keine perfekten Beziehungen. Hatte schon einige. Ich weiss es nicht so genau, was ich aber weiss das bis jetzt keine einzige perfekt war. Was bedeutet überhaupt Perfektion in einer Beziehung? Hast du darauf eine Antwort?
Freue mich auf die Kugel…


ER: Na, wenigstens ist der Verstand meiner Kooperationspartnerin in Bezug auf Traualtäre intakt. Das ist doch immerhin schon mal eine gesunde Basis.

Eigentlich hab ich gar keinen grünen Daumen. Das Zeug wächst, oder nicht. Schnittblumen sind mir ein Gräuel, ja, moralisch völlig daneben und Topfpflanzen sind draussen besser aufgehoben als in meinen Händen.
Bulldozer ist gut geraten. Natürlich bin ich daran schuld, dass sie zugenommen hat und man merkt schon, von Perfektion in einer Beziehung hat der Typ wohl auch keine Ahnung. Ich halte es allerdings für eine Mär, von der Schnittblumenmafia am leben gehalten.

Das mit der Kugel ist auch so eine Sache. Sie hat natürlich einen Schlüssel zu meiner Wohnung. Ich zu ihrer natürlich nicht. Ok, wär eh ziemlich überflüssig, da man sich ja auch nicht einfach so ins offene Feuer wirft.

Oh, ja die Faltenschrumpelsache. Also nach dem Duschen sehe ich die Falten genau. An den Fingerkuppen fängts an.

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Von Schwächen...

Von Schwächen...

vor 10 Tagen

Inspiriert durch einen anderen Blog, er ist nicht weit von hier aus, erlaube ich mir, euch mit einem Erlebnis aus meiner Kindheit vertraut zu machen. Es ist halbtraumatisch, zart besaitete Gemüter gönnen sich ein paar Tröpfchen Baldrian.


Es war einmal, vor langer Zeit, ein kleiner Unsichtbarde. Der ging, mehr unmutig als begeistert zur Schule. Hat zwar nichts genutzt, aber gezwungen hat man ihn trotzdem dazu. Irgendwie arrangiert man sich auch mit so was, schliesslich gibt es doch ein paar Highlights, wie zum Beispiel Pausen, oder grosse Pausen. Die Idylle wurde in der dritten Klasse jäh unterbrochen. Mittels eines Flyers, wie man heute sagen würde. Damals hiess das Zettel und den hatte man gefälligst nach Hause zu bringen. In diesem ganz besonderen Zettel wurde den Eltern schmackhaft gemacht, ihre Sprösslinge doch auch ein bisschen kulturell zu fördern und sie für ein Musikinstrument in der Musikschule anzumelden.
Irgendwie gehörten musizierende Kinder damals zu den elterlichen Traumvorstellungen. Vor allem lechzten sie nach der Anerkennung von anderen Eltern. „Haben sie’s schon vernommen? Der Thomas von den Müllers, sie wissen schon, der Sohn vom Alois, der in der Kartoffelfabrik arbeitet, der spielt jetzt im Theater. Oboe. Ganz traumhaft. So ein lieber Junge.“ Das sagt natürlich nicht einfach irgendwer, das sagt irgendwer mit Geld, was der Sache irgendwie eine Bedeutung verleiht.

Jedenfalls stand es gar nicht zur Debatte, klein Unsichtbarde hatte ein Instrument zu erlernen. Fragt sich nur welches. Trompete wäre doch schön, oder noch besser Klarinette. „Trommel“ war meine Entscheidung. Wieso um Himmels Willen ausgerechnet Trommel? Gegenfrage: Wieso ums Himmels Willen muss ich überhaupt was lernen? Ok, diesen Einwand konnte ich mir sparen, so klug war ich dann doch. Also musste was plausibles her. “Weil es mir gefällt.” (Übersetzung für Eltern: Es mach einen Saulärm und wird euch nerven. Das macht die Sache irgendwie doch noch gewinnend.)
Was soll’s, für einen guten Ruf nimmt man einiges in Kauf, ich ging also zu den Tambouren. Kadetten, ganz renommiert. Enttäuschenderweise gab es die Trommel nicht von Anbeginn, geübt wird erst mal auf einem Böckli. Dafür sind immerhin die Schläger echt.
Ich ging also da hin, hämmerte auf das Böckli ein, das viel zu leise war, übrigens und es nahten sie Semesterprüfungen. Durchgefallen, wiederholen.Ich übte also weiter, unter einem gewissen subtilen Druck durch die Mutter. (Geh üben!) Die zweite Semesterprüfung nahte, Durchgefallen. Da machten sich schon einige Sorgen, ich könnte eine gewisse, angeborene Debilität besitzen. Ungeschickt und faul, das war schon mal gesicherte Erkenntnis. Nichts desto Trotz war man einhellig der Meinung, dass es falsch wäre meinen Launen nachzugeben, das musste jetzt durchgezogen werden, aufhören kommt überhaupt nicht in Frage. Und so fiel ich auch drittes mal durch, ein viertes, fünftes und sechstes Mal. An der siebten Prüfung kannten mich die Experten bereits bestens und wie alle anderen fragten sie sich auch, was dieser verblödete Spasti hier eigentlich noch will. Zufälligerweise befand sich unter den Eltern den neuen Erstsemestler ein Vater, der Arzt war. Als die Experten, etwas entnervt ab meiner Darbietung, ihrem aufgestauten Unmut Luft verschaffen wollten, mischte er sich ein. Ihm fiel auf, dass meine linke Schulter deutlich höher lag, als meine rechte. Dass ich im linken Handgelenk nicht die Beweglichkeit hatte, wie man sie normal hat.Ich hätte pro Tag 26 Stunden üben können, es hätte absolut nichts genutzt. Rein gar nichts. Der Erstsemesterkurs wurde mangels Neuanmeldungen nicht mehr durchgeführt, alle wurden ins zweite Semester befördert, nur einer nicht, das war ich. Ich konnte mein Böckli abgeben. Nach der Prüfung regnete es sinnigerweise in Strömen. Nach einer Weile holten alle Eltern ihre Kinder ab, nur eines nicht, das war ich. Also lief ich in strömendem Regen nach Hause. Und wenn ich doch mehr geübt hätte... Der Gedanke ging nicht aus dem Kopf.
Zuhause angekommen, hatte der Arzt bereits angerufen und meinen Eltern den medizinischen Sachverhalt bereits erklärt. Da hiess es dann „och, ganz durchnässt, wieso hast du nicht gewartet, sonst ging’s ja auch immer eine halbe Stunde länger.“ (Übersetzung für Kinder: Hätten wir das gewusst, hätten wir uns nicht zu schämen brauchen.)

Musikunterricht fiel danach flach. Hätte man auch einfacher haben können. Zum Beispiel, wenn man mein anfängliches Nein akzeptiert hätte.
Aber was soll’s, seither ist viel Zeit verstrichen, die Sache verlor an Bedeutung, den Ruf als Idiot wurde ich nie mehr los und das Handgelenk wurde auch nie besser.Heute bemerke ich es beim Fechten. Anders als beim Trommeln, ist es jedoch nicht von derselben Bedeutung. Dort war es halt wichtig, dass alle zur selben Zeit dasselbe tun. Jetzt bin ich auch eingeschränkt, aber es ist kein Hinderungsgrund. Ich versuche das Handgelenk zu stärken, es beweglicher zu machen. Ich übe und experimentiere mit anderen Bewegungen und Haltungen. Ich werde trotzdem nie so fechten können, wie wenn das Handgelenk in Ordnung wäre. Aber es spielt keine Rolle. Dadurch, dass ich mich mit dieser Schwäche befasse und sie auszubalancieren versuche, verliert sie an Bedeutung. Sie wird immer da sein, trotzdem kann ich das Schwert gut genug schwingen, um einen Gegner mit zwei guten Händen zu schlagen.

Schwächen sind immer eine gewisse Einschränkung und jeder hat welche. Manchmal hindern sie einem etwas tun zu können, manchmal machen sie eine Sache schwieriger. Eines ist jedoch wichtig, man muss sie erkennen und die daraus resultierenden Grenzen akzeptieren können. Dann kann man damit ganz ordentlich leben.


Und damit jeder mal sieht, was so Handgelenke eigentlich für eine Bedeutung haben, noch dies:

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Die Mafia

Die Mafia

vor 19 Tagen

Die Mafia ist da. Wie 20min berichtet, im Thurgau. Ja, wo auch sonst. Sind ja die mit den langen Fingern. Also, die Thurgauer, nicht die von 20min. Die Mafia hat auch lange Finger und erst noch Tentakeln. Eine Weichtierorganisation, also, die man im Gegensatz zu normalen Tintenfischen nicht so einfach mit Blumentöpfen einfangen kann. Das weiss auch die Thurgauer Polizei, auf Nachfragen der Reporter, gab diese folgendes Statement ab: „Bhö?“ Auch sonst will niemand so recht Bescheid wissen. Wie die obersten Gesetzeshüter verlauten liessen, kam 20min auf ganz öminösen und geheimnisvollen Wegen, also mit der Post wahrscheinlich, an diese Information. Das weiss ja auch niemand sonst, dass die Mafia dort sitzt, ausser der gesamte Rest der Welt. Und wenn sich endlich jemand finden würde, der das LAN-Kabel in den Computer stecken könnte, ja dann, hätte man’s ja vielleicht gewusst. Aber so...Nachdem ja schon der Ghadhafi besser über die Vorgänge im Bundesrat Bescheid wusste, als dieser selber, wundert sich unsereiner ja nicht mehr über solche Dinge. Business as usual, halt.

Vielleicht, so dachten sich die Reporter, wissen ja die Nachbarn von denen was. Nachbarn, die wissen ja immer alles und vor allem, auch immer besser. Wer nun erwartete, die Nachbarschaft trumpfe mit brisanten Beobachtungen auf, der wurde enttäuscht. Ganz, ganz, nette Leute sind und freundlich grüssen sie einem auch. Ganz im Gegensatz zu dem kleinen Portugiesen in dem Haus da vorne. Daaaas ist ein ganz komischer und wie der immer rumläuft. Unrasiert und diese Pludersachen die er immer an hat. Und der sieht auch immer müde aus, dabei schaffet doch der bei der SBB. Vor zwei Wochen erst und da sind sich alle einig, hat der sich im Denner drei Flaschen Roten gekauft. Und gestern, da brachte er schon die leeren Flaschen zur Sammelstelle. Das ist sicher ein Alkoholiker. Musik hört er auch immer so laut, das sagt die Frau Bätzibrenner und die, die muss es wissen. Ganz komische Sachen, so mit diesen Elektrogitarren. Und dann seine Freundin. Die ist immer ganz schwarz angezogen. Ja ja, da sind sicher Drogen im Spiel. Dieses Mariabuana. Ganz schlimmes Zeug, das konnte man in der Arena sehen.

Die Familie selbst, war leider für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ja, was sollen sie auch sagen. „Eh, ische Onkel von Mafia wo wir haben einmal besucht. Wir habene ihm gebracht eine Karton von diese Maggie, für die Salat. Weische? Gitte nit in Italia.“
Vielleicht sind sie ja auch in die Schweiz geflohen, weil SF1 das bessere Programm hat, als Berlusconis-Titten-TV. Man weiss es nicht. Sind wir nicht alle ein bisschen KaPo?

Wie auch immer, die Sache ist spannend und lenkt wunderbar von diesen furchtbaren Umweltkatastrophennachrichten ab. Und von der Bundesratswahl. Kaum zu glauben, wie viele sich diesmal für diesen Job melden. Auch so eine Weichtierartige Sache.

Ein Trittbrettfahrerblog, ich gebe es ja zu. Und weil’s so schön war, noch den:



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Der Versuch einer Repatriotierung

Der Versuch einer Repatriotierung

vor 1 Monaten

Er steht mal wieder vor der Tür, der 1. August. Man mag mir das ja nicht so recht glauben, aber ich bin ein furchtbar schlechter Patriot. Doch, doch. Der Anblick der Landesflagge lässt in meiner Hose nichts anschwellen und die Nationalhymne... Würden meine Kinder, die ich nicht habe, so was auf ihren Quätschtröten spielen, ich würde die glatt zum Psychiater schicken. Man weiss da ja nicht, ob man weinen, oder lachen soll. Aber eine geschwellte Brust will sich bei der Melodie einfach nicht einstellen.

Als Bub war es da einfacher. Es war der Knallertag. Freilich verstand ich damals unter knallen wirklich das fabrizieren von Lärm mittels technischer Hilfsmittel. Heute gilt knallen als ein Synonym für’s vögeln und der Knallkörper ist dann sinngemäss eine Frau. Allerdings ist ein Schild mit der Aufschrift „Knallkörper jetzt in Aktion“ generell keine Preisreduktion im Puff. Das kann da schon peinlich werden, wenn man im Migros mit heruntergelassenen Hosen so in der Reihe steht. Sprachtechnisch ist dieser Feiertag also schon mal ein Hindernislauf. Keinesfalls nehme man dieses Wort bei der Bundesfeier der „wehrhaften Landfrauen“ in den Mund.
Jedenfalls hatte dieser Tag früher mal einen Sinn, der im Laufe der Jahre aber irgendwie abhanden gekommen ist. Man wächst und wird grösser, die Kracher (technisches Hilfsmittel) blieben jedoch klein, also verschwand auch der Reiz irgendwie.

Diese psychologische Lücke vermochte ich irgendwie nicht aufzufüllen. In der Schule hat man all die schöngefärbten Geschichten der Altvorderen ja noch geglaubt, aber als man dann die Wahrheit erfuhr, brach dieses Konstrukt aus Legenden und Halbwahrheiten gnadenlos zusammen. Überhaupt, man bekommt es mit dem Staat zu tun und da blättert der heroische Putz eh ab. Nichts von unbeugsamen Männern, die sich selbstlos in blutige Schlachten stürzen. Nein, da sitzen rechthaberische, kleine Zwerge, die nichts besseres zu tun haben, als einem die Nerven abzutöten. Egal was man will, man kriegt es nicht.
Man fängt auch an Zeitungen zu lesen und merkt allmählich, das Bundesräte zwar kleine Buben und Mädchen zu begeistern vermögen, aber nicht ausgewachsene Skeptiker.So versuchte ich vieles, vom begeisterten Militärkopf zum pazifistischen Kommunisten, vom Spiritisten zum Logiker, vom Gläubigen zum Atheisten, vom fleissigen Arbeiter zum Leistungsverweigerer alles mal durch, nur um jedes Mal zur selben Erkenntnis zu gelangen: Alles Bockmist.

Freilich gibt es die durch die Realität gegebene Variable, dass es nun mal einen Staat Schweiz gibt und dass ich dem nicht aus dem Weg gehen kann. Ich bin an ihn gebunden, während er locker auf mich verzichten könnte. Trotzdem, irgendwo hinter dem Horizont lauert die AHV und da sollte man schon irgendwie dankbar sein, nicht an irgend einem Flussufer den Lebensabend verbringen zu müssen, so eine kümmerliche Einzimmerwohnung ist doch viel kuschliger. Zumindest im Winter. Also, irgendwie sollte man da ja schon dankbar sein und auch den Hirten, die zwar ein Geheimabkommen mit den Wölfen haben, aber uns fleissig mit Märchengeschichten in den Schlaf wiegen. Da könnte ich meine Dankbarkeit ja schon mit tragen eines 1.Augustabzeichens öffentlich zur Schau tragen. Feil geboten werden sie auch überall, der Preis ist zwar viel zu hoch, aber im Verhältnis doch moderat und der Aufwand wäre zu bewältigen.

Aber ich ertappe mich dabei, lediglich einen schielen Blick in Richtung des Kartons zu werfen, von dem mich Dutzende Schweizerkreuze anstieren. Der bedingte Reflex lässt in etwa folgende Assoziationen aufkommen: Steuern, Betreibungsamt, Sozialamt, IV, Parkbussen, Reglemente... etc. etc. Natürlich bereiten sich auch all die Emotionen im Unterbewusstsein darauf vor, aktiviert zu werden, also schnell wieder weggeschaut.
Da träume ich schon von einer Feier der Freiheit, wo man all jener gedenkt, die das System weggefegt haben. Aber dann gäbe es wider keine AHV mehr.

Na, vielleicht mach ich nächstes Jahr mit. Vielleicht gibt’s bis dahin auch „Miss-und-Mister-Knallkörper-Wahlen“.

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Auch eine WM in Afrika...

Auch eine WM in Afrika...

vor 2 Monaten


Schweiz – Libyen 0: ca.38



Eigentlich hätte es ein Freudentag werden sollen, Max Göldi ist zurückgekehrt und sieht eigentlich recht frisch aus. Ich mutmasste ja, dass all der Ärger, der in den Zeitungskommentaren geplatzt ist, sich nun in Festfreude umwandelt und das ganze Land, masslos, in ein einwöchiges Kampfsaufen verfällt. Nix, nur zwei haben Wein getrunken, Göldi und Calmy-Rey. Muss toll eingefahren sein, nach zwei Jahren in einem islamischen Land mal wieder einen Tropfen Alkohol zu geniessen. Calmy-Rey, etwas beschwippst und wohl übermütig, hat den Deckel vom Dossier zugeknallt. Etwas zu heftig wohl, denn dabei sind ein paar Blätter rausgefallen.
Von Armeeeinsätzen ist da die Rede, von Kautionen, Schiedsgerichten und einem voll verarschten Merz.

Ich lasse so die Erinnerungsfetzen an die Zeitungsartikel durch mein Gehirn zucken und dabei wird mir klar, in der ganzen Zeit hat nur einer die Wahrheit durchblicken lassen und das war Ghadhaffi. Schlimm, nicht? Nicht, dass es mich in meinen Grundfesten erschüttern würde, dass meine demokratische Regierung mich anlügt und ein weit entfernter Alleinherrscher die Wahrheit sagt, das ist ja nun wirklich nichts neues. Nein, erschütternd ist, dass der Oberst in der Wüste das alles mitbekommen hat. Der war voll informiert. Und das trotz unseres Dialektes.... Bleibt als Frage, wie viele Löcher hat denn unser Käse wirklich und vor allem, wie heissen die?

Vieles erscheint nun im nachhinein plausibler, die Schachzüge der Libyer logisch. Dennoch verbleiben einige Fragezeichen die ich eigentlich ganz gerne geklärt hätte. Weshalb kam es denn nun wirklich zur Verhaftung von Hannibal? Die Story mit den Hausangestellten glaubt ja nun wirklich niemand mehr und entspricht die Äusserung von Ghadhafi, dass die Schweiz den Terror finanziert der Wahrheit? Gut möglich, aber diese Dinge gehen ja nun „zufälligerweise“ vergessen.

Vielleicht werden wir die Wahrheit mal erfahren, wenn Oberst Ghadhafi seine Memoiren veröffentlicht.

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Die IV-Revision, oder weshalb denken Glückssache ist

Die IV-Revision, oder weshalb denken Glückssache ist

vor 3 Monaten

Jetzt ist sie da, die 6. IV-Revision. 16 000 Rentner fliegen raus. „Jubihui, sparen“, wird es wohl vielen durch den Kopf gehen, endlich ein paar Schmarotzer weniger in der Badi. Auf den ersten Blick, so scheint es, spart man dadurch Geld. Bei einer durchschnittlichen Rente von 1'500.—pro Monat, macht das 288 Millionen im Jahr aus. Nicht wenig. Aber in Wirklichkeit wird das Geld eben nicht gespart. Die 16 000 gehen neu jetzt aufs Sozialamt. Das kostet dann auch 288 Millionen. Jetzt bezahlt es aber nicht mehr die Versicherung, sondern, aufgepasst, der Steuerzahler. Auch nicht mehr der Bund, sondern die Gemeinden.

Ein Nullsummenspiel, könnte man sagen. Aber weit gefehlt, Integration und Wiedereingliederung sind Schlagworte, die sich anerboten, diese Massnahme zu verkaufen. So ein Platz, zur beruflichen Integration, kostet pro Monat mind. 10'000 Stutz. Wenn alle 16 000 Rentner ein Jahr lang an so einen Platz geschickt werden, kostet das mal 2 Milliarden. Wohlgemerkt, das ist eine niedrige Schätzung.

Als das letzte mal 3000 Rentner aus der IV geschmissen wurden, da hat man auch grossspurig verkündet, die Wirtschaft könne diese absorbieren. In Wirklichkeit sind davon gerade mal 30! In einer Anstellung gelandet. (Wir berücksichtigen dabei nicht, dass diese 30 Arbeitsplätze nun auch nicht mehr von anderen Stellensuchenden besetzt werden können und diese dann ausgesteuert ebenfalls auf dem Sozialamt landen.)
Damit diese Statistik ein bisschen besser daherkommt, sind neu Subventionen an Firmen geplant, welche IV-Rentner einstellen. Aha. Wahrscheinlich kommt diese Subvention in etwa an die durchschnittliche Rente heran, also etwa 1'500 pro Nase und Monat.
Somit kassiert zwar nicht mehr der Invalide, aber dafür die Wirtschaft. Allerdings beisst sich hier die Ratte ein bisschen in den Schwanz, denn die 16 000 Rausgeworfenen sind ja nun keine IV-Rentner mehr, also gibt’s auch keine Subventionen. Ätsch.
Folglich bleiben diese bis 65 vom Sozialamt abhängig und gehen dann in die AHV. Gut, die Lebenserwartung des Einzelnen wird dadurch etwas absinken, vielleicht spart man hier ein bisschen was. Sind ja eh nur Looser, wen interessiert das schon.

Unter dem Strich bleibt eine fragwürdige Aktion, die einfach nur mehr Geld kostet. Bezahlt wird’s aus einem anderen Kässeli, aber das ist egal, denn die Kohle kommt aus unseren Taschen, das kann man drehen und wenden wie man will.

Manchmal, liebe Politiker, ist weniger mehr. Wenn euch langweilig ist, geht doch in die Ferien. Da macht ihr wenigstens keinen Blödsinn.

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Rotkäppchen (Remix)

Rotkäppchen (Remix)

vor 4 Monaten

Es war einmal, vor langer Zeit, in einem fremden und weit entfernten Königreich, da lebte eine alleinerziehende Mutter mit ihren drei Töchtern in einer schäbigen, baufälligen und hoffnungslos überteuerten, miesen, kleinen Wohnung.
Das Schicksal meinte es nicht gut mit der Mutter. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft migrierte die Junge Familie einst aus dem Balkan in eben dieses prosperierende kleine Königreich. Aber die Träume erwiesen sich als trügerisch, auch hier flossen Milch und Honig nur für wenige Adlige.
Nach der Geburt des dritten Kindes hatte sich ihr Mann, vor lauter Freude wohl, innerhalb von zweit Tagen und drei Nächten zu Tode gesoffen. Wäre nicht so schlimm gewesen, hätte er dafür nicht das Geld genommen, mit der er die Lebensversicherung hätte bezahlen sollen. Der Sachbearbeitet der Versicherung fand’s lustig und hat sich einen Ast gelacht, als er davon hörte. Kohle hat er aber natürlich keine rausgerückt.
Immerhin sind schon zwei der Töchter ausgezogen, die älteste ist in eine ökumenische-Jihadisten-WG gezogen, die andere macht was unanständiges und ist drogensüchtig. Trotzdem ist sie froh darüber, denn nun kommt sie mit ihren Job als Putzfrau und den Nebenverdiensten als Taxifahrerin und Hauswartin einigermassen über die Runden, nur selten muss sie zum Sozialamt. Ihr einziger Stolz ist ihre jüngste Töchter, aus der sollte etwas rechtes werden.

Im Nachbarsdorf lebte Grossmutter, die Mutter ihres verstorbenen Mannes. Die hatte massenhaft Kohle, aber war furchtbar geizig und genauso furchtbar krank. Niemand weiss genau, wie viele Gebrechen die alte Frau plagten. Sie litt und darbte, aber sie wollte ums verreckten nicht abkratzen.
Sie hat ihr Vermögen (natürlich) an der Börse gemacht. Mit ihrer Stocks-Kristallkugel, ein altes Familienerbstück, war es ihr möglich, die Börsenkurse im Voraus zu sehen. Ihr grösstes Vergnügen bestand darin, den ganzen Tag in die unzähligen Monitore neben ihrem Bett anzusehen und ihr Vermögen zu kontrollieren. Nur einmal hat sie den Überwachungsmonitor irrtümlicherweise für den Börsenticker gehalten. Das war lustig, alle haben am Fernsehen nur noch über bail out gesprochen.Jedenfalls klebt die alte Schachtel derart an ihrer Kohle, dass sie alle Krankheiten und Schmerzen tapfer erträgt. Dafür hat sie alle Menschen in ihrer Umgebung vergrault. Nur die Enkelin besuchte sie ab und zu mal.

Es begab sich nun eines glücksseligen Monatsendes, dass die Mutter ein bisschen Geld übrig hatte und der Grossmutter ein Körbli mit allerlei Leckereien zusammenstellte. Sie rief ihrer Tochter und trug ihr auf, dieses Körbchen zu Grosi zu bringen.
„Und zieh mal was an, das dir deine Schwester geschenkt hat“ trug sie der Tochter auf. „Ich will aber diese doofe Burka nicht anziehen“, maulte diese. „Wenn du die Burka nicht magst, darfst du auch das rote Kopftuch tragen, dass sie dir zum Jahrestag der sozialistsich-islamischen-Weltrevolution geschenkt. Das sieht doch hübsch aus, mit dem Hammer und der Sichel. Uns sieh mal, das Kamel von der Zigarettenschachtel ist auch drauf.“
„Das ist ein Dromedar und das hab ich drauf gemacht.“ Ja, sie kam langsam in ein schwieriges Alter...

„Wenn du durch den Wald gehst, pass gut auf und komm nicht vom rechten Weg ab.“ „Ich geh doch nicht zu Fuss, eh, ich nehm den Bus.“ „Aber Kind, wir haben doch kein Geld für den Bus...“ „Ach, eh egal, ich fahr doch nur schwarz.“
Sie schnappte sich das Körbchen mit den Leckereien und machte sich auf den Weg. An der Busstation traf sie Erich, einen doofen Klassenkameraden. Ausgerechnet dieser Arsch, dachte sie sich und verzog die Mundwinkel in eine gelangweilt wirkende Position. Aber der Spasti begriff diese subtile Botschaft nicht und labberte denn auch gleich los. „Ey, Jolanka, cooles Kopfdings...“ “Arsch!” “Peace, Frau, peace.”
Betretenes Schweigen. Ein älteres Ehepaar kommt hinzu, wartet auch auf den Bus, de eigentlich schon hätte abfahren sollen, aber immer noch nicht in Sichtweite war. Unauffällig-missfällig musterten die Beiden Jolanka.„Ey, willst mal?“ frage Erich. „Willst was mal?“ „Eh, mal eins trinken gehen.“ „Nöö“ „Ich geb dir auch 10 Stutz.“ Die alte Frau flüstert etwas ihrem Mann zu. „Sicher nicht“ liess Jolanka Erich wissen.
Endlich nahte der Bus. Angestrengt blickte Jolanka in das Innere, ob Anzeichen einer Billetkontrolle zu sichten wären. Alles schien wie gewohnt. Sie stieg ein und setzte sich weit entfernt von Erich hin. Er drehte sich nach ihr um und sie zog das rote Kopftuch tiefer in die Stirn und liess sich in den Sessel sinken. Sie war froh, dass er an der zweiten Station ausstieg. Die Freude währte allerdings nicht lange, weil Graf von Wolf einstieg. Dieser eklige, alte Fettsack. Weil er sich bei seinen Untertanen einschleimen will, fährt er jetzt neuerdings ÖV. Wie könnte es sonst sein, der Wabbel setzte sich voll neben Jolanka. Seine Fettwürste klemmten sie förmlich ein und sie klammerte sich an das Körbchen für Grossmutter. Der Graf musterte sie mit dem üblichen, lüsternen Pornoblick.
„Ich kann einfach nicht glauben, dass du erst 14 bist“, begann er die Unterhaltung. Sie blickte starr nach vorne und zuckte mit den Schultern. Man musste nett zu dem Graf sein. Er ist der einzige Arbeitgeber in der ganzen Grafschaft und er kontrollierte die ganze Verwaltung.
„Du besuchst wohl wieder deine Grossmutter? Was hast du denn da in deinem Körbchen?“ Mit seinen Wurstfingern griff er auch gleich danach um gaaaaanz zufällig damit auch ihre Brüste zu streifen. Er öffnete den Korbdeckel und inspizierte den Inhalt.
„Aha, deiner Mutter scheint es diesen Monat ja richtig gräflich zu gehen, hahaha, Wurst, Käse, Brot, Honigwein. Honigwein? Hat deine Grossmutter nicht Diabetes?“„Weiss nicht...“ „Haha, wenn’s Probleme mit der Polizei gibt, komm zu mir. Ich kann dir schon helfen.“ Er legte seine dicken Hände auf ihren Oberschenkel.
Ich muss aussteigen... Da ist meine Station. Sie lächelte betont freundlich und stiegt über die Rücklehnen des Vordersitzes. Es verging eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Türen des Busses endlich öffneten und sie schnell ins Freie schlüpfen konnte.
Gedankenversunken setzte sie ihren Weg fort, bis sie am Fashion Laden vorbeikam. Mit glänzenden Augen betrachtete sie das Schaufenster, besonders die neuen Schuhe haben es ihr angetan. Was soll’s, dachte sie sich. Wenigstens anprobieren kann ich die und betrat das Geschäft. So bemerkte sie nicht, dass Graf Wolf in der Zwischenzeit ins Haus ihrer Grossmutter schlich.

Etwas später, in tiefe Schuhträume versunken, ging Jolanka auch in das Haus ihrer Grossmutter. Sie setzte sich auf den schäbigen Schemel neben ihrem Bett.
„Oh Grossmutter, wieso hast du heute so grosse Ohren?“ „Damit ich das Gras wachsen höre.“ „Oh Grossmutter, wieso hast du so einen grossen Mund?“ „Damit ich die dritten reinkriege.“ „Oh, Grossmutter, weshalb hast du so grosse Augen?“ „Das kommt vom vielen in die Monitore starren.“ „Oh, Grossmutter, was ist das für eine Blutlache am Boden?“ „Das ist von Graf Wolf, die Security hat ihm was erklärt.“
Die Grossmutter musterte Jolanka scharf, dann zischte sie zwischen ihrem Gebisshälften hervor: „Was willst du hier?“ „Mutter hat mich geschickt um dir etwas zu Essen und zu Trinken zu bringen. Wir wissen ja, dass du zu geizig bist, was zu kaufen.“ „Was ist es? Gib schon her.“ Sie riss Jolanka das Körbchen aus der Hand. Erstaunlich was die Alte noch für eine Kraft hatte, wenn’s ums Fressen ging. Gierig stopfte sie alles in sich hinein, die Wurst, den Käse, das Brot. Zum Schluss trank sie die Flasche Met und die zweite gleich auch noch.
„Ahh, das war gut, ich habe jetzt seit drei Tagen kaum gegessen. Deine nichtsnutzige Mutter könnte sich ruhig etwas mehr um ihre kranke Schwiegermutter kümmern.“„Grossmutter? Gibst du mir 200 Stutz?“ „Für was brauchst du denn 200 Stutz?“ „Ich hab da ein paar tolle Schuhe gesehen...“ „Schuhe! Für was brauchst du Schuhe? Hast du überhaupt eine Ahnung, was 200 Stutz wert sind? Hä? In deinem Alter...“ Sie stockte und presse ihre knochige Hand auf ihren Bauch. „Schnell, Jolanka..“ keuchte sie, „Das Insulin.. dort neben dem Fax...“
Jolanka ging zum Fax und nahm die Spritze und das Fläschchen. Dann drehte sie sich zu der Grossmutter und sagte „200 Stutz, Grosi.“ Die Grossmutter keuchte: „Nur über meine Leiche, du kleines Aas.“
Jolanka liess das Fläschchen fallen und trat darauf. „Uuups!“ Dann setzte sie sich auf den Stuhl, zog die Beine an und stützte ihr Kinn auf die Knie. Sie schloss die Augen und öffnete sie erst wieder, als es im Zimmer mucksmäusschenstill war. Sie stand auf und machte sich auf den Nachhauseweg. Es wurde schon langsam dunkel und ein frischer Wind zog auf.

Ein paar Stunden später rief die Polizei an und vermeldete der Mutter die traurige Nachricht. Graf von Wolf bestand darauf, dass sie eines natürlichen Todes starb.
Es vergingen einige Tage, da wurde Jolanka und ihre Mutter vom Notar vorgeladen, damit das Testament verlesen werden konnte.
Der Notar war ein älterer Herr, mit weissem Haar und einer dicken Hornbrille. Er war sehr freundlich, aber furchtbar umständlich. Er erklärte, dass die Grossmutter ihr Vermögen in Euro angelegt habe und dass blöderweise einige Wolfsrudel daran zu schaffen gemacht hätten und jetzt nichts, aber auch gar nichts mehr, davon übrig sei.„Was für Wolfsrudel denn?“ fragte Jolanka. „Ja, lesen sie denn keine Zeitung?“ Der Notar machte ein erstauntes Gesicht. Die königlichen Gazetten schreiben über nichts anderes. Alle Könige des Kontinents haben sich im Märchenschloss getroffen und dabei kann heraus, dass der Euro von Wolfsrudeln gefressen wurde. Einfach so. Es tut mir leid“ Sein Gesicht verzog sich zu einer mitleidigen Grimasse.
„Mam?“ Was, denn Jolanka?“ „Krieg ich jetzt trotzdem ein paar Schuhe?“ „Halt’s Maul.“

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Verschlampt....

Verschlampt....

vor 4 Monaten

Dampf füllt das Badezimmer. Ich stehe unter der Dusche und lasse mir das Wasser ins Genick prasseln. Das monotone Geräusch des plätschernden Wassers, welches von meinem makelbehafteten Körper herunterfällt, die sanfte Massage, welche die zarten Wasserstrahlen beim auftreffen auf die Haut erzeugen, das hat schon was. Ich nehme mir jedes Mal vor, dies öfter als einmal im Quartal zu tun, aber der grausame Alltag lässt einem irgendwie keine Zeit für Wellness.
Mein Hirn arbeitet fieberhaft. Das erkenne ich daran, dass ich mehrmals am Tag Kopfschmerzmittel zu mir nehmen muss.
Seit zwei Wochen war mir nun klar, dass ich die Welt retten sollte. Aber wie sollt ich das anstellen? Einen vagen Hinweis auf eine Vampirin, die auf students ihre Opfer sucht ist alles, was mir dieser Spinner an Infos rübergebrösmelet hat.Was aber mache ich, wenn ich sie gefunden habe? Diese Frage treibt mich um. Es war schon ein Stück Glück, dass ich ein Pay-TV Testangebot einging, so konnte ich mir alle Dokumentarfilme zu dem Thema ansehen. Eigentlich hatte ich ja ein anderes Filmsegment im Kopf, als ich das Abo unterzeichnete, aber was tut man nicht alles für diese Welt. Nicht mal die Leihgebühren für all die Filme werde ich bezahlen können, aber das war von vornherein einkalkuliert. Der Freddy und ich kennen uns gut. Freddy ist der Betreibungsbeamte. Auch ein Opfer der expansiven Wirtschaft, die jedem alles auf Pump verkauft, nur, damit die Bonizahlen stimmen. Das ist wie beim dealen. Je mehr man kauft, um so billiger wird’s, nicht. Die Verkaufspreise bleiben dieselben. Wenn man also immer mehr vertickt, verdient man auch mehr. Logisch. Je wahlloser der Kundenkreis, desto mehr laue Kunden hat man. Denen schickt man dann den Dragan. Im Gegensatz zu Freddy, bringt Dragan meistens Geld mit. Spätestens beim zweiten Besuch. Ich habe ja keine Ahnung wie der macht. Bei den rethorischen Fähigkeiten die der Mann zu haben scheint, sollte der in die Politik.

Seife, oder nicht Seife? Das Duftaphrodisiakum scheint verhärtet zu sein, kommt nix raus, aus der Flasche. Die Quintessenz meiner Nachforschungen liess nur zwei Verfahrensmöglichkeiten mit der Vampirin zu. Abmurksen, oder schwängern. Im ersten Fall ist sie geliefert, im zweiten ich. Allerdings macht der zweite mehr Spass, wobei, hmnja... Ich könnte allerdings abrutschen und sie dann abmurksen. Figg und Mühle, hehe.
In einer solchen Situation ist guter Rat teuer. Natürlich kam mir dabei sofort Mike Shiva in den Sinn, aber die haben mir mal wieder den Strom abgestellt. Wie kann man die Welt ohne Strom retten? Eben, geht nicht. Das Kästchen im Keller, das ich mit Fünflibern füttern sollte, ist nicht gerade hilfreich bei dem Unterfangen. Sonst liegen die ja überall rum, aber wenn man mal welche bracht, hat man grad keine in der Tasche. Also hab ich den Selecta Automaten um die Ecke aufgebrochen, aber die nehmen keine Fünfliber mehr an. Ja, selber schuld, hätten das ja etwas grösser hinschreiben können. Als Schadensersatz habe ich mir dafür die Schokoriegel eingepackt.
Dieses blöde Duschgel. Vor lauter weich klopfen ist die Verpackung zersplittert und droht, den Abfluss zu verstopfen. Jetzt muss ich auch noch arbeiten. Bücken in der Dusche soll ja gefährlich sein. Hilft nichts, ich grabble die Reste so gut es geht zusammen. Mal sehen, irgendwo steht da sicher ein Datum, ah ja, Exp. 06.98. Müsste also noch 88 Jahre halten. Da werde ich mich gleich morgen beschweren und dem Kassensturz schreiben. So geht das ja nun nicht.

Das Wasser wird langsam kalt, ohne, dass ich dem Projekt „Sauberkeit“ nennenswert näher gekommen wäre. Na ja, die Unbill des Lebens. Spätestens seit Eyafällädings weiss man ja, dass wir der Natur gnadenlos unterworfen sind. Ich nehme das also stoisch hin und verlasse den Nassbereich. Die Dusche lasse ich mal noch ein paar Tage weiter laufen, irgendwie muss ich ja die Nebenkosten reinholen. Das Ungeziefer hat seit dem letzten Besuch in der Dusche mächtig zugeschlagen, das Badetuch ist definitiv nicht mehr zu gebrauchen. Ich renne also, um mich zu trocknen, etwas im Kreis, bevor ich mich wieder ankleide und stecke mir wegen des Seifenfiaskos einen Duftstein in die Hosentasche.

So sehr mir das duschen auch gefällt, es hat einen seltsam ernüchternden Effekt, dem ich natürlich sofort mit einer gehörigen Portion THC begegnen muss. Nüchtern, so musste ich feststellen, bin ich zu allerlei Unsinn fähig, der mir sonst nie in den Sinn käme. Es ist also unabdingbar, ständig der stabilisierenden Wirkung von Cannabis ausgesetzt zu sein. Aber oh, Schreck, der Bollen ist derart stark geschrumpft, dass ich mich unverzüglich auf die Suche nach Nachschub begeben muss. Wo ist eigentlich bloss mein Notvorrat hingekommen? Da lagen doch mal 100 Gramm in der Schublade... Seltsam...
Da hilft alles nichts, ich muss mich in die freie Wildbahn begeben. Das Hemd reicht etwas stark nach Pommes Frites, seit ich mir vorigen Monat welche gemacht habe. Zur Sicherheit stecke ich mir also noch einen Duftstein in die Hemdtasche, bevor ich mich aufs Tram begebe. Das ist eine sehr soziale Einrichtung, da gibt’s so Filterdepots, wo man sich gratis bedienen kann. Heute ist es das Seco, das für Nachschub sorgt. Praktikumstellen als Bundesrat werden da feilgeboten. In High-Filter-Quality. Sehr gut, sehr gut, gleich mal das Bündel einpacken.
Auch die Aprilfrische schein gut bei den Leuten anzukommen, alle sehen mich an. Endlich, nach elend langen drei Stationen, der Limmatplatz, das Tor zur Langstrasse und allem, was das menschliche Herz begehrt und sogar noch etwas mehr. Erst mal einen doppelten Espresso, denke ich mir und klaube unter dem Duftstein mein Münz zusammen. Wie ich so am nachzählen bin, ich krieg da nichts mehr auf Kredit, schweift mein Blick über die Wartenden und da trifft sich mein Blick plötzlich unvermittelt mir dem ihren. He, die kenn ich doch von students, schiesst es mir durch den Kopf. Wie hiess sie doch gleich, ehm, genau, Mona Fiesa und wie schon beim Betrachten ihres Porträts, werde ich plötzlich durch ihre Augen in einen Bann gezogen und eine liebliche Stimme in meinem Kopf umsäuselt und umgarnt mich. Wie von unsichtbaren Händen geleitet, muss ich auf sie zugehen. Der Wunsch, mich ihr auszuliefern, ist pocht derart stark in meinem Herzen, dass es vor Freude und Angst zerspringen könnte. Willenlos schweben meine Beine förmlich über den Asphalt. Schwach und nebulös nehme ich die Umgebung wahr. He, das ist doch Charles da hinten. Charles ist der Dealer meines Vertrauens. Siedendheiss fällt mir ein, dass ich ja noch eine dringende Besorgung zu machen habe. „HE! Charles, warte!“ Den muss ich einholen und ich eile ihm im Laufschritt nach. Die Sache verzögert sich allerdings blödsinnig, denn statt der Autoradios möchte er lieber iPAds als Bezahlung. Wie üblich konnten wir uns allerdings einigen.
Nun, da der Tank wieder gefüllt ist, kann ich mich seelenruhig der Rettung der Welt zuwenden und gehe zurück um Mona Fiesa zu finden. Etwas zu spät wie mir scheint, denn sie hat sich in der Zwischenzeit bereits einen anderen geangelt, der ahnungslos an ihren Lippen hängt. Na ja, morgen ist auch noch ein Tag, die Hauptsache habe ich ja erledigt. Den Rückweg lege ich allerdings zu Fuss zurück, da es nach einer Kontrolle riecht und das Bullenmobil dreht sich auch schon zum zweiten Mal im Kreisel. Da mach ich doch besser eine Fliege.

Zuhause angekommen, drehe ich mir erst mal einen Vorrat, denn so im Dunkeln ist das ein etwas schwieriges Unterfangen. Zufrieden mit dem heutigen Tag, paffe ich also gemütlich vor mich hin. Der Nachbar macht Musik. Ich klopfe gegen die Decke, worauf er den Lautsprecher lauter dreht. Noch mal, ja, jetzt kann ich etwas hören.
Auf einmal, ein lautes Zischen. Da ist plötzlicher dieser leuchtende Spinner in meinem Zimmer. Er zeigt mit seinem Zeigefinger auf mich. „Du hast es vergeigt, Unsichtbarde! Die Welt ist verloren!“ „Hä?“ „Verloren... wegen dir.“ „Ich checks nicht, Mann, die ist doch bloss mit einem andern abgezottelt. Alles easy, eh, die treff’ ich schon wieder.“„Nichts da!“ fährt das mich an. „Der Typ, den sie sich heute geschnappt hat, hätte ein Bundesratspraktikum machen sollen.“ „Das kann er ja immer noch. Als Vampir fällt der da nicht weiter auf...“ „Das ist nicht der Punkt. Jetzt bekommt ein anderer die Stelle und der erklärt dann Libyen den Krieg, die Sache eskaliert, und Bumm, fällt die Erde um.“ „Wie kann etwas Rundes umfallen?“ „Das war eine Metapher, du Idiot.“ Und schon sitze ich wieder in der Dunkelheit.
Ah, was soll’s. Höhö, ein Bundesrat der die Geschicke der Welt lenkt. Sci-fi, so was.
Ich will gerade wieder den wichtigen Dingen im Leben frönen, da klopft es an der Tür. Ich weiss ja nicht, wieso ich diese blöde Tür immer wieder öffne, aber ich tu es.Das stehen sie, zu zweit. Oh, nein, denke ich mir. Schon wieder Zeugen...
„Guten Abend, Herr Unsichtbarde, wir sind vom Seco und wollten fragen, ob sie vielleicht Interesse an einem Praktikum als Bundesrat haben.“„Öch, ich weiss nicht so recht....“ „Wir bezahlen auch Ihre Stromrechnung, und Cannabis frei Haus bekommen Sie auch.“ „Aha, das klingt verlockend, wie sieht es mit Papier und Filter aus?“ „Nur das Allerbeste. Bundesratsqualität.“ „Ok, das klingt zwar nach Propaganda, aber wo muss ich unterschreiben?“ „Da, da und da.“ „Gibt her das Ding.“
Ich unterschreibe und die zwei freuen sich ungemein. Nach einer Weile fühle ich mich gedanklich in meiner neuen Rolle immer wohler. Falls ich eine schlechte Presse kriege, werde ich zur Ablenkung einfach Libyen den Krieg erklären.

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