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Element of Crime - Live in Bern

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vor 6 MonatenKonzertMusic + More

"Kopf aus dem Fenster und Arme aufs Brett. Und dann scheiss auf den Kaktus, der ist böse und heiss." Mit diesen Zeilen begann das Konzert von Element of Crime am Donnerstagabend im ausverkauften Bierhübeli in Bern. Auf der Bühne standen vier ältere, ordentlich frisierte Herren in biederer Kleidung. Als ob das nicht ohnehin schon des Guten zu viel gewesen wäre, spielten sie auch noch eine Mischung aus Folk und Pop - mit deutschen Texten.

Dass das Konzert trotz diesen Voraussetzungen zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen liess, liegt an Sänger Sven Regener. Er ist der wohl brillianteste Songwriter Deutschlands, der nebenbei die wunderbare Herr-Lehmann-Trilogie verfasst hat. Regener ist ein Frontmann, der auf der Bühne keine Kapriolen wagen muss, der statt dessen geerdet in der Bühnenmitte steht und nur gelegentlich beide Arme in die Luft reisst, um sich in einer selbstironisch erscheinenden Art selber zu feiern. Daneben unterhielt er sich nur selten mit dem Publikum. Das hat er aber auch nicht nötig: Die Songs sprechen für sich.

Am Donnerstagabend nahmen die vier Musiker das Publikum mit auf eine Reise durch über 20 Jahre Bandgeschichte. Selbstverständlich legten sie grösstenteils bei den Songs von ihrem letzten Album "Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie" einen Zwischenhalt ein und überzeugten vor allem mit dem Titeltrack oder dem poetischen "Am Ende denk ich immer nur an dich". Daneben standen aber auch ältere Sachen auf dem Programm - so alt, dass Regener die deutsche Sprache beiseite legen musste und englische Songs aus der Anfangsphase seiner Band zum Besten gab. Und da waren natürlich noch die Hits: "Weisses Papier" und "Delmenhorst" waren die beiden Stücke, die zweifelsohne den lautesten Applaus einheimsen durften.

Laut war aber nicht nur der Applaus, laut war auch das Geschwatz im Publikum. Das fiel insbesondere bei den beiden Vorbands auf. Lokalmatador Trummer, der jüngst Regeners "Herr Lehmann" in einer berndeutschen Fassung auf die Theaterbühne gebracht hat, trat im Bierhübeli alleine vors Publikum und sang eine Handvoll eigener Songs. Berty waren mit ihrer extravaganten Mischung aus Cabaret und Wahnsinn zu schräg und zu theatralisch für den durchschnittlichen Fan von Element of Crime. Die Zuschauerinnen und Zuschauer standen Regener und Co. nämlich in Nichts nach, was das Alter betrifft. Der grosse Unterschied allerdings: Sven Regener mag einen noch so bünzligen Eindruck hinterlassen - tief in seinem Innern ist er ein Punk. Ein wahrhaft poetischer Punk freilich, dessen Attitüde zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt wirkt. Selbst wenn man das mit dem Punk nicht allzu eng sehen sollte, wie folgendes Interview beweist:

Interview mit Element of Crime